FROHE OSTERN UND EINE SCHÖNEN FRÜHLING

                                                      

             

           Das Copyright dieser Geschichte liegt bei Danielle G.-P.

                             geschrieben Ostern 2005

 

„ Uihhhh, der hatte aber einen Zahn drauf! Los wirf noch mal! “

 

Ein schrilles Pfeifen, gefolgt von einem Splash, drang durch die Frühlingsluft, geradewegs durchs offene Fenster, an Chief Lappys Ohren. Einen winzigen Moment lang hielt er inne und horchte aufmerksam in die leichte Brise, die sanft seinen Schnäuzer umspielte. Mit einem leichten Schulterzucken, wandte er sich dann jedoch sogleich wieder seinem Bürokram zu, als auch schon das nächste undefinierbare Geräusch erklang.

 

Wuschschschschschschsch………plofffffffffffffffffff…………Wuschschschschschschsch…………….plofffffffffffffffffff………….

Wuschschschschschschsch………plofffffffffffffffffff…………..

 

Etwas träge wenn auch zielstrebig, erhob sich Chief Lappy aus seinem Sessel, streifte gemächlich die Gardinen zur Seite und streckte seinen Kopf nun doch sehr neugierig aus dem Fenster. Zwischen den Geranien hindurch lugend, konnte er gerade noch rechtzeitig einem ovalen, raketenähnlichen Geschoss ausweichen.

Wie ein Torpedo, einen Millimeter an seiner Stirn vorbei, er konnte den Luftzug regelrecht spüren, schoss dieses Ding, durch seine gute Stube, schnurstracks auf die Wand zu, die er nun mit weitaufgerissenen Augen und offenem Mund anstierte, und landete geradewegs, im Hochzeitsbild seiner verstorbenen Eltern.

Seine Mutter schien nun eine Art beigefarbene Kopfbedeckung, mit weißer glibriger Schleife auf ihrem Haupt zu tragen, während seinem Vater eine klebrige gelbe Masse über das Gesicht lief und ihn sehr unwohl aussehen ließ.

Nach den ersten Schrecksekunden löste sich Chief Lappy langsam aus seiner Schockreaktion, duckte sich nur noch mal ganz kurz, als er versehentlich meinte ein erneutes Pfeifen zu vernehmen, näherte sich dann aber, immer noch etwas verdutzt und ungläubig, dem Portrait der Lappys.

Kritisch beäugte er Mumm und Dad jetzt von allen Seiten, wobei sich inzwischen, ein eklig schleimig, schmieriger Brei, über das Bild zog, und das Hochzeitspaar recht mitgenommen aussehen ließ.

Chief Lappys Lesebrille rutschte noch weiter auf die Nasespitze, als er mit runzeliger Stirn den Corpus Delicti schlussendlich identifizierte.

„ Abber…….Aaaber……….das ist ……… das ist…….ja ein…….ein Ei!……Wer zum Teufel………wer……….wer schießt denn hier mit Eiern??!!!“

Fuchsteufelswild und mit hochrotem Gesicht, schnellte er herum und erblickte nur noch vier schneeweiße pelzige Spitzen, die blitzschnell unter der Fensterbank verschwanden. Mit zwei Sprüngen hechtete er durch die Tür, rannte durch den Garten ums Haus herum und erspähte zwei flauschige Bürzel, die sich auf und ab durch das hohe Gras bewegten.

„ Sofort stehen bleiben, ihr zwei Tunichtgute!“

„ Was ist denn los, Chief???“  Kleinlaut klang eine zarte zittrige Stimme aus dem Dickicht.

„ Das fragt ihr noch?? Ihr kommt jetzt sofort aus diesem Gestrüpp, habt ihr verstanden, sofort!“

„ Aber…………“

„ Kein aber! Sofort oder ich komm da rein und zieh euch die Ohren noch länger,  als sie ohnehin schon sind!“

„ Wir haben doch gar nichts getan!“

„ Sofort!  Oder, ich schwörs bei Bugs Bunny, ihr werdet eure Lauscher hinter euch herziehen müssen!“

Plötzlich, wie von Zauberhand, lichteten sich die Grashalme und zwei ziemlich zerknirschte, reumütige Häschen hoppelten im Gleichschritt auf Chief Lappy zu. Ihre riesigen Ohren mit den schneeweißen Enden aufmerksam gespitzt, während ihre hell umrandeten dunkelbraunen Kulleraugen, ihm wie durch eine unsichtbare Brille, einen Herz erweichenden Blick zuwarfen.

„ Was habt ihr euch dabei gedacht? Na los, raus damit!“

„ Aehm……..wobei Chief??“

„ Ich warne dich Purzel…..“

„ Okay! Okay! Wir haben nur etwas herumgespielt.“

„ Herumgespielt, ts, ts, ts, ts ….ich glaubs nicht ……..und?? Solltet ihr herumspielen??“

„ Nein, Chief!“

„ Sondern? Na Moppel! Was meinst du dazu?“ Abwartend starrte der Chief ihn über seine Lesehilfe an.  

„ Wir….wir sollten dem Osterhasen, bei der Arbeit helfen.“ Beschämt senkte Moppel den Blick während Purzel ungeduldig, von einer Pfote auf die andere trat.

Mein Gott, der Chief konnte aber auch manchmal anstrengend sein.

„ Ihr solltet also dem Osterhasen helfen??!!! Und wieso bitte schön, hängen dann die rohen Eier bei mir an der Wand, anstatt dass sie schön bunt gekocht, in einem Korb liegen und auf ihren Versand warten?“

„ Weil, weil………….“ Purzel stieß Moppel heimlich gegen die Hasenkeule.

„ Und vor allen Dingen, wie vielen Eiern habt ihr den Garaus gemacht?“

Die beiden Häschen warfen sich aufgeregte Blicke zu, bevor Purzel die Brauen anzog, und die hellen Kreise um seine Augen, zu einem hutzeligen Monokel zusammenschrumpften.

„ Nun ja, so ein, zwei…………..“

„ Na das geht ja noch, dann ………“

„….hundert……………….“ Moppel und Purzel machten instinktiv einige Sprünge nach hinten, indessen sich Chief Lappys Kopf grell rot färbte, und jeden Moment zu explodieren drohte.

„ Ein-, zweihundert??? Seid ihr noch zu retten, ihr rücksichtslosen Gören? Ihr könnt doch unmöglich so viele Eier kaputt geschlagen haben! Wo ist der Rest, ich will auf der Sekunde sehen, wie viele übrig geblieben sind. Gerade in diesem Jahr, wo der Osterhasenetat schon gekürzt werden musste, wie konntet ihr nur!?“

„ Tut uns ja leid, aber letztes Jahr hatten wir uns doch soviel Arbeit gemacht und die meisten Kinder haben sich überhaupt nicht an unseren bunten Eiern erfreut. Die sind alle so verwöhnt, dass sie nicht einmal Lust haben, danach zu suchen. Und da haben wir dieses Jahr ganz einfach gestreikt.“

„ Gestreikt???? Sonst geht’s euch aber gut, ja?? Streiken tun die Mediziner, Taxifahrer, Zuggesellschaften oder Flughäfen, aber streiken tut nun mal kein  Osterhase,  NIEMALS!!!!!“

„ Vielleicht sollte er das mal tun, dann würden sich die Kinder vermutlich wieder mehr über unsere Geschenke freuen!“ Trotzig schürzte Purzel seine Unterlippe und kräuselte verärgert sein Näschen, so dass sich seine Barthaare, hurtig auf und ab bewegten. Moppel nickte aufgeregt und unterstützte seinen Freund, indem er sich mehrmals sanft an ihn drückte.

„ Hmmm…………….tatsächlich muss ich zugeben, dass viele Kinder heute unsere Mitbringsel nicht mehr schätzen können, aber das ist immer noch kein Grund, die Eier als Bälle zu benutzen! Denn schreibt euch heute, ein für alle mal Eins hinter die Lauscher, solange wir auf der ganzen Erde, immer noch ein Kind zum Strahlen bringen, hat sich unsere Arbeit gelohnt. Und jetzt, hopp, hopp, ab mit euch und helft den andern, ein bisschen Kinderlachen in die Welt zu bringen!“

 

             

            Ich wünsche euch allen ein frohes Osterfest und einen 

                                    wunderbaren Frühling

     Hier gelangt ihr nun zu meinen selbstgebastelten Ostereiern   

               

                                 



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